Schwarzkümmelöl in der Antike: Pflege der Pharaonenzeit
Unter den Grabbeigaben des Tutanchamun fand sich 1922 ein kleines Gefäß mit Samen der Pflanze Nigella sativa, im Deutschen als Schwarzkümmel bekannt. Der Fund gilt als eines der bekanntesten Indizien dafür, welchen Stellenwert diese Pflanze in der ägyptischen Kultur besaß – als Gewürz, als Bestandteil von Ölen und offenbar auch als Grabbeigabe für das Jenseits.
Eine Pflanze mit langer Geschichte
Nigella sativa wuchs im gesamten östlichen Mittelmeerraum und war den Ägyptern seit dem Neuen Reich bekannt. Aus den Samen wurde durch Pressung ein dunkles, würzig riechendes Öl gewonnen. Auch in griechischen und späteren arabischen Quellen taucht die Pflanze regelmäßig auf – ein Hinweis darauf, dass ihr Gebrauch über Jahrhunderte hinweg Bestand hatte und sich über mehrere Kulturkreise verbreitete.
Verwendung in Haushalt und Körperpflege
In ägyptischen Haushalten diente Schwarzkümmelöl vermutlich mehreren Zwecken gleichzeitig: als Würzmittel in der Küche, als Zusatz für Salben und offenbar auch zur Pflege von Haut und Haar. Da es in vielen antiken Kulturen des Mittelmeerraums parallel zur Körperpflege genutzt wurde, gehen Historikerinnen und Historiker davon aus, dass es auch am Nil in entsprechende Ölmischungen eingearbeitet wurde – meist gemeinsam mit anderen Pflanzenölen.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt die historische Verwendung von Schwarzkümmelöl und ist keine medizinische Empfehlung. Schwarzkümmelöl ist kein Arzneimittel und heilt keine Erkrankungen. Bei Hautproblemen, Allergien oder während Schwangerschaft und Stillzeit sprechen Sie bitte vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt und testen neue Öle zunächst an einer kleinen Hautstelle.
Eine einfache Pflegeölmischung nach historischem Vorbild
Diese Mischung greift das antike Prinzip auf, mehrere Pflanzenöle zu kombinieren, und dient als kosmetische Anregung für die äußerliche Anwendung:
- Zwei Teile Mandelöl mit einem Teil Schwarzkümmelöl in einem dunklen Glasfläschchen mischen.
- Nach Belieben einige Tropfen eines milden Duftöls, etwa Rosenwasser-Extrakt, hinzufügen.
- Vor der ersten Anwendung an einer kleinen Hautstelle, z. B. der Innenseite des Unterarms, testen.
- Bei guter Verträglichkeit dünn auf trockene Hautpartien auftragen, ähnlich der antiken Anwendung nach dem Baden.
Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl und weitere Pflanzenöle für eigene Mischungen sind unter anderem bei alnatura.de oder dm.de erhältlich. Fjeldr ist mit diesen Anbietern nicht verbunden; die Links dienen nur als Bezugsquellen-Hinweis.
Johanna Kessler
Kräuterkundlerin und Autorin für historische Naturkosmetik, München